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Geschichte(n)

Hennefer Geschichte ...

Quelle: www.hennef.de


Geistinger Geschichte ...

Geistingen - "Mi-e Jeestenge" Wer kennt ihn nicht in Geistingen und Umgebung, den alten "Schlachtruf" der Geistingerinnen und Geistinger? "Mi-e Jeestinge - Sch.... Hennef, Dr.... Waat". In diesem Motto kommt das ganze Selbstbewußtsein um nicht zu sagen der Stolz der Geistinger zum Ausdruck. Denn Geistingen kann sich rühmen, auf eine urkundlich nachgewiesene über elfhundertjährige Geschichte zurückzublicken.

Die Geburtsurkunde Geistingens trägt das Datum vom 7. Juli 885. In dieser Urkunde ist der Name Geistingen in Verbindung mit einer Schenkung erstmals erwähnt. Bei der Schenkung handelt es sich um den Geistinger Hof, der nach dieser Urkunde zu einem Viertel an das Cassiusstift (Münsterkirche) in Bonn übertragen wurde. Der Geistinger Hof hat wahrscheinlich in dem Gebiet gelegen, das sich an die Kirche anschließt, und in dem die alten Straßen zusammenlaufen und der als Marktplatz bezeichnet wird. Mit ziemlicher Sicherheit wurde Geistingen aber bereits 799 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Leider besteht aber von dieser Urkunde keine Abschrift, sondern sie ist lediglich in einem Register erwähnt. Fast 200 Jahre später gibt eine weitere Urkunde Auskunft über Geistingen: 1064 gründete Erzbischof Anno die Abtei in Siegburg und stattete sie mit zahlreichen Höfen aus, darunter einer in Geistingen, den er von einem gewissen Bertolf erworben hatte und von dem der Name "Abtshof" im Niederdorf bis heute überdauert hat.

Geistingen hatte früher weit über seine heutigen Ortsgrenzen hinaus große zentrale Bedeutung, worauf vor allem der mächtige Bau der alten, romanischen Kirche hinwies, der im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die Bedeutung Geistingens bis ins 19. Jahrhundert ergibt sich vor allem aus seinem Ausmaß als Kirchdorf. Geistingen umfaßte bis ins 19. Jahrhundert die jetzigen Pfarreien bzw. Seelsorgbezirke Rott und Westerhausen und auf der anderen Seite der Sieg Kaldauen, Braschoß, Selingenthal und Bödingen und noch zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde der größere Teil der Pfarrei Warth von Geistingen losgetrennt. Im Süden gehörten dazu Hermesmühle, Kurscheid, jenseits der Sieg der Mühlenhof bei Siegburg, Braschoß, Heide, Schreck und im Nordosten Ober- und Niederhalberg. Damit stimmte die Pfarrei Geistingen im wesentlichen in der Fläche und den Grenzen mit den früheren Bürgermeistereien Hennef und Lauthausen, ohne die Gemeinde Blankenberg, überein. Zur Verwaltungsgliederung: Das Kirchspiel Geistingen bildete mit 12 weiteren Kirchspielen das Amt Blankenberg im Herzogtum Berg. Dieses umfaßte das Gebiet, das ungefähr der Größe der Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf entspricht. Regierungssitz war Düsseldorf, da Köln und Bonn zum Kurfürstentum Köln gehörten, deren Landesherr der Erzbischof von Köln war. Diese politische und verwaltungsmäßige Ordnung herrschte bis zum Ende der napoleonischen Zeit, als 1815 das Rheinland an Preußen fiel.

Auch die Bedeutung Geistingens als Sitz einer jüdischen Gemeinde muß hier erwähnt werden. Vor allem der alte jüdische Friedhof erinnert noch heute an diese Kulturgemeinde, die als Handelsleute die frühere zentrale Lage Geistingens zu schätzen wußte. Einen Tag nach der berüchtigten Reichskristallnacht 1938 fiel die in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts erbaute Synagoge den Flammen zum Opfer. Geistingen blieb von Verwüstungen durch Kriege, durch die Pest und andere Seuchen nicht verschont. Den Hexenprozessen in Siegburg fiel sogar eine gebürtige Geistingerin, Kunigunde (Kündtgen) Meurer zum Opfer. Der mittelalterliche Aufschwung Geistingens wurde im wesentlichen durch den Burgbau im 11. und 12. Jahrhundert, die Umleitung der Bonner Straße aus Richtung Bonn auf die Frankfurter Straße nicht erst in der Warth, sondern bereits in Buisdorf und die Errichtung der Eisenbahnstation in Hennef beendet.

Die Gemeinde Geistingen behielt bis 1934 ihre kommunalpolitische Selbständigkeit. Durch einen "Ukas" vom 24.3.1934 bestimmte der Innenminister daß die Landgemeinde Blankenberg in die Landgemeinde Geistingen, Siegkreis, Reg.Bez. Köln, unter Änderung des Namens dieser Gemeinde in "Hennef" mit Wirkung vom 1.4.1934 eingegliedert" werde", eine etwas zur heutigen Zeit seltsam anmutende Anordnung einer kommunalen Neugliederung.

Ein weiteres Datum ist von Wichtigkeit: Am 1.8.1969 trat das "Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn" in Kraft. Darin wurde u.a. bestimmt, daß die Gemeinden Hennef, Lauthausen und Uckerath ab 1.8.1969 zur "Großgemeinde" Hennef zusammengeschlossen werden.

Quelle: Hennefer Stadt-Anzeiger


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